Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Springschwänze-Protaphorura armata. Foto: U. Burkhardt, CC BY-SA 3.0

Bodenlebewesen

Im Garten halten die Bodenlebewesen den Boden fruchtbar und gesund. Durch die Zersetzung von organischem Material „recyceln“ sie Nährstoffe und bilden die Grundlage für Pflanzenwachstum. Sie bilden Humus, der sich aus komplexen organischen Verbindungen zusammensetzt und eine langfristige Nährstoffquelle darstellt.

„Gute“ Mikroorganismen sorgen im Boden dafür, dass Schaderreger sich nicht übermäßig vermehren und das krankes Pflanzenmaterial abgebaut wird.

Eine Sonderstellung nehmen die Symbionten ein. Mykorrhizapilze verbinden sich mit den Wurzeln von Bäumen und versorgen sie mit Nähstoffen und Wasser, dafür werden sie mit Kohlenhydraten gefüttert. Mykorrhiza macht Bäume widerstandsfähiger gegen Schädlinge, Pilzkrankheiten und Trockenheit. Knöllchenbakterien leben ähnlich symbiontisch an den Wurzeln von Hülsenfrüchten (Leguminosen). Die Bakterien haben eine Fähigkeit, die keine Pflanze besitzt: Sie binden den Stickstoff aus der Luft und bauen ihn zu „Stickstoffdünger“ um, mit dem sie ihren Wirt versorgen.

Biologie

In einer Hand voll Boden stecken Milliarden Lebewesen. Verschiedene Bakterien verspeisen organisches Material wie tote Pflanzenteile oder Kot von Tieren und zersetzen es zu Nährstoffen. Strahlenpilze sind Einzeller, die bei der Zersetzung mitwirken und zum Aufbau des Humus beitragen. Sie sind für den typisch angenehmen Geruch von frischer Erde verantwortlich. Algen und Flechten leben auch an extremen Standorten. Sie verwittern selbst Gesteine. Außerdem sind sie Nahrungsgrundlage für andere Organismen.

Bodentiere helfen den Mikroorganismen, indem sie das organische Material verteilen und zerkleinern. Mit dem bloßen Auge kaum sichtbar sind Rädertiere, Fadenwürmer (Nematoden), Milben, Springschwänze und Strudelwürmer. Größere Bodenbewohner sind Larven, Asseln, Hundertfüßer und natürlich Regenwürmer.

Lebensraum

Die meisten Bodenlebewesen brauchen Luft um zu überleben. Sie benötigen deshalb einen lockeren Boden und profitieren von Lockerungsarbeiten wie Hacken. Die Mikroorganismen sind jedoch an ihre Bodenschicht angepasst und vertragen es nicht, wenn ihr Lebensraum durch das Wenden des Bodens (z.B. Pflügen, Umgraben) auf den Kopf gestellt wird. Fruchtfolgen und Mischkultur fördern das Bodenleben.

Nahrungsquellen

Bodenlebewesen brauchen ständig organisches Material. Dies wird durch eine ökologische Düngung z.B. mit Kompost zugeführt. Am besten gedeihen sie bei einer geschlossenen Pflanzendecke, die durch Gründüngung und Zwischenfrüchte erreicht wird. Kahle Bodenoberflächen sind zu vermeiden – besser mit pflanzlichem Mulch abdecken. Im zeitigen Frühjahr erwärmt sich der dunkle Boden allerdings schneller ohne Mulchschicht und diese Wärme bringt die Mikroorganismen in Fahrt.

Das Laub von Bäumen und Wildsträuchern nicht entsorgen, sondern am besten unter Hecken und auf Baumscheiben liegen lassen.

 

 

Quellen:
Das große Biogarten-Buch. Andrea Heistinger, Arche Noah. 6. Auflage 2016. Löwenzahnverlag

Kompost, Erde, Düngung – Der gesunde Gartenboden, Pflanzenernährung und Düngepraxis vpn Robert Sulzberg. 2003. BLV Verlag
www.hypersoil.uni-muenster.de
www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/zehn_tonnen_leben_dlz_2009.pdf
Foto: CC BY-SA 3.0 U.Burkhardt: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Protaphorura_armata.jpg

CC-BY-SA-3.0 Terraprima: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nitrogen-fixing_nodules_in_the_roots_of_legumes..JPG
CC-BY-SA-4.0 Topi Pigula: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Houbov%C3%A9_hyfy_a_jejich_pror%C5%AFst%C3%A1n%C3%AD_ke_ko%C5%99en%C5%AFm_rostliny.png