Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Gemeiner Ohrwurm. Foto: gbohne, CC-BY-SA-2.0

Ohrwürmer

Der Ohrwurm und seine Larven verspeisen Schädlinge wie Blatt- und Blutläuse, Spinnmilben, Insekteneier und kleine Insekten. Ein ausgewachsener Ohrwurm kann in einer Nacht 120 Blattläuse fressen.

Biologie

Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) ist ein bräunliches, glänzendes und sehr wendiges Insekt mit großen Zangen am Hinterleib. Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen kneift er nicht in Ohren, sondern ist für den Menschen völlig ungefährlich. Seine Zangen verwendet er zum Beutefang. Das Tier ist nachtaktiv und überwintert als ausgewachsenes Insekt in Erdverstecken. Bis zu 100 Eier werden im Frühjahr in selbst gebaute Erdröhren gelegt. Die Eier und Larven werden von den Weibchen versorgt. Pro Jahr gibt es nur eine Generation.

Lebensraum

Der Ohrwurm lebt tagsüber im Verborgenen. Er hält sich in Laub- und Reisighaufen (Totholz), unter Steinen oder in Zwischenräumen von Mauern wie Trockensteinmauern auf.

Als zusätzlicher Lebensraum für den Ohrwurm eignet sich ein selbst gebauter „Ohrwurmtopf“:

  • Blumentopf aus Ton mit Holzwolle, Heu oder Moos füllen und dabei genügend Freiräume lassen.
  • Das Material mit Draht befestigen.
  • Für die Aufhängung einen Draht oder eine Schnur durch das Loch am Topfboden ziehen.
  • Zur Besiedelung mit der Öffnung nach unten einige Tage auf den Boden stellen oder in einen Strauch wie Haselnuss- oder Holunder hängen.
  • Den Topf mittags in eine Baumkrone nahe dem befallenen Gebiet hängen, die Öffnung soll Baumstamm berühren.
  • Alternativ den Topf an einem Pfahl befestigen, der Kontakt zu Nutzpflanzen hat.
  • Den Topf jedes Jahr Anfang Mai vor der Besiedelung neu füllen.
  • Dieses Tagesquartier wird ab Juni besiedelt.
  • Wenn der Ohrwurm Schäden an Pflanzen verursacht, kann der Topf zur Umsiedelung benutzt werden: Tagsüber die voll besetzte Unterkunft an einen Ort bringen, z.B. einen Baum mit Schädlingsbefall.


Nahrungsquellen

Der Allesfresser ernährt sich von verwesenden tierischen und pflanzlichen Stoffen. Bevorzugt verspeist der Ohrwurm jedoch tierische Nahrung. Bei Knappheit an Insekten kommt es dazu, dass er an Knospen, Früchte und andere Pflanzenteile frisst.

 

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag
Natur im Garten: „Nützlinge im Garten– Lassen sie die fleißigen Helfer für sich arbeiten“, Land Niederösterreich. 2012

Natur im Garten: „Natur-Nische Hausgarten“, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. 2011
www.bund-lemgo.de
Fotos: CC-BY-SA-2.0 gbohne: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Forficula_auricularia_-_%22Gemeiner_Ohrwurm%22_(6978631104).jpg?uselang=de
Ohrwurm an Blüte, Pixabay (CC0 Public Domain, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig): https://pixabay.com/de/ohrenh%C3%B6hler-ohrwurm-insekt-blume-326834/
Pflanzenschutzamt Berlin: Ohrwurm, Gemeiner Ohrwurm Birnengallmücke fressend und Ohrwurmtopf