Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Herbizideinsatz. Foto CC0 Pixabay

Pestizidverzicht

In der Landwirtschaft dürfen Pestizide nur von Personen mit  „Sachkundenachweis“ verwendet werden, die sich mit der Anwendung auskennen. Da Privatgärtner_innen in der Regel nicht sachkundig sind, werden nur bestimmte Mittel für den privaten Gebrauch zugelassen, um Schäden an Mensch, Tier und Umwelt zu vermeiden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheidet, unter welchen Bedingungen Pestizide an Laien verkauft werden dürfen. Freiverkäufliche Pflanzenschutzmittel sind deshalb aber nicht grundsätzlich harmlos. Eine Vielzahl von Mitteln führt direkt zur Gefährdung von Bienen, Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und anderen Nützlingen. Zudem können diese Gewässer und Böden schädigen.

Die unsachgemäße Anwendung von Pestiziden erhöht die Gefährlichkeit – auch für den Menschen!

Gefahrenquellen:

  • Falsche Anwendung: Mittel, die am falschen Ort oder zur falschen Zeit angewendet werden, können z.B. bienengefährlich werden.
  • Falsche Dosierung: Ein Fünftel hat Probleme bei der Bemessung der richtigen Dosis. Das Motto „Viel hilft viel“ kann beim Pestizideinsatz im Garten große Schäden anrichten.
  • Verbotene Anwendung: Auf versiegelten Flächen (z.B. Einfahrt, Wege) werden oft Unkrautvernichtungsmittel gespritzt, obwohl dies nicht erlaubt ist. Dadurch werden Gewässer stark belastet.
  • Abdrift: Wird bei Wind gespritzt können die Mittel in Gewässer, auf Blütenpflanzen oder in Nachbars Garten geweht werden und dadurch Fische, bestäubende Insekten und die menschliche Gesundheit gefährden.
  • Falsche Lagerung: Wenn Mittel jahrelang im Schuppen stehen, sind sie nach heutigem Standard oft nicht mehr zugelassen oder die Anleitung ist verloren gegangen.
  • Zu kurze Wartezeit: Bei der Anwendung von Pestiziden an Obst und Gemüse ist ein zeitlicher Mindestabstand zwischen der Spritzung und der Ernte einzuhalten, damit die Nahrungsmittel möglichst wenig belastet sind. Ein Drittel der Gärtner_innen findet diese Wartezeit zu lang.
  • Wechselwirkungen: Ein Cocktail verschiedener Chemikalien kann zu gefährlichen Nebenwirkungen führen.
  • Keine Schutzkleidung: Die Hälfte der Gärtner_innen trägt nie Schutzkleidung beim Ausbringen von Pestiziden.
  • Fehlende Beratung: Beim Einkauf wird wenig über Risiken und Alternativen aufgeklärt.

 


Quellen:
Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft 2001: Bundesweite Befragung zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Kleingarten

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit www.bvl.bund.de
www.nap-pflanzenschutz.de/indikatoren-forschung/erhebungen/haus-und-kleingaerten/
http://www.hortipendium.de
www.bund.net
Fotos: Pestizideinsätze, gespritzte Trauben, Pixabay (CC0 Public Domain, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig): https://pixabay.com/de/herbizid-avignon-im-reisfeld-587589/, https://pixabay.com/de/ackerbau-pflanzenschutz-spr%C3%BChnebel-1359862/ und https://pixabay.com/de/weinbeeren-gespritz-spritzmittel-694185/