Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Klette. Foto: CC0 Pixabay

Unkraut

Als Unkräuter werden Pflanzen bezeichnet, die unerwünscht wachsen, weil sie das ästhetische Empfinden stören oder Nutz- und Zierpflanzen überwuchern und am Wachsen hindern. Unkräuter können wilde Beikräuter, Gräser oder Nutzpflanzen sein. Ein gewisser Teil an Beikräutern in und zwischen den Beeten, auf Rasenflächen, an Zäunen und Sträuchern sollte als natürlicher Bestandteil des Ökosystems akzeptiert werden.

Nutzen

Beikräuter fördern eine gute Bodenstruktur indem sie den Boden zwischen Kulturpflanzen durchwurzeln. Da sie den Boden bedecken, verhindern sie zudem Erosion. Sie bieten Lebensraum und Futter für Nützlinge, die sich dort entwickeln und somit bereit stehen, wenn Nutzpflanzen von Schädlingen befallen werden. Aus einigen Beikräutern wie Rainfarn und Ackerschachtelhalm können wirksame Pflanzenstärkungsmittel in Form von Brühen, Jauchen und Tees zubereitet werden.

Viele Wildkräuter können verzehrt werden. Für einen frischen Frühlingssalat eignen sich z.B. Gänseblümchen, Ehrenpreis, Taubnessel, Löwenzahn und Vogelmiere. Junge Brennnesselblätter oder Gierschblätter schmecken u.a. als Suppe oder Pesto. Einige Arten sind traditionelle Heilpflanzen wie Scharfgabe oder Spitzwegerich.

Regulierung

Vorbeugen: In Stauden- oder Gemüsebeeten das Unkraut im Frühjahr, wenn die Kulturpflanzen klein und konkurrenzschwach sind, regelmäßig beseitigen. Später beschatten die Kulturpflanzen den Boden und Unkräuter haben es schwer.

Hacken: Samenunkräuter (Melde, Vogelmiere, Franzosenkraut) im jungen Stadium hacken. Mit der Handhacke, Schuffel oder Pendelhacke werden die Pflanzen abgeschnitten, entwurzelt oder verschüttet. Nicht zum Aussamen kommen lassen!

Jäten: Wurzelunkräuter (Giersch, Ackerschachtelhalm, Ampfer, Distel) mit den Wurzeln entfernen. Grabegabel oder Unkrautstecher verwenden. Wurzeln vertrocknen lassen, bevor sie auf den Kompost kommen. Hacken oder Fräsen vermehrt die Pflanzen durch das Zerteilen der Wurzeln!

Mulchen: Um Unkraut zu unterdrücken muss die Mulchschicht aus pflanzlichem Material mind. 15 cm hoch sein.

Bodendecker: Die Begrünung mit dicht wachsenden Wildstauden verhindert Unkrautwuchs z.B. unter Stäuchern.

Fugen und Wege: Kleine Unkräuter mit dem Besen abbürsten oder mit kochendem Wasser übergießen. Hartnäckige Pflanzen herausziehen oder Fugenkratzer/-bürste einsetzen. Alternativ eine pflegeleichte Fugenbegrünung mit attraktiven, trittfesten Arten anlegen z.B. Sand-Thymian, Katzenpfötchen, Sedum-Arten.

Gründüngung und Zwischenfrüchte: Sind die Beete immer bewachsen, haben Unkräuter keine Chancen und nehmen mit der Zeit weiter ab.

Im Rasen: Vorbeugung durch standortgerechte Gräserwahl und regelmäßige Pflege (Mähen, Wässern, Durchlüften und Nährstoffversorgung). Alternativ eine Blumenwiese oder einen Blumenrasen anlegen.

Herbizide: Haben im Privatgarten nichts zu suchen, auf versiegelten Flächen wie Wegen sind sie sogar verboten! Sie gefährden Gewässer und Boden.

Giftig oder invasiv: Einige Arten sollten auf jeden Fall bekämpft werden z.B. sind Kreuzkraut und Stechapfel giftig, Ambrosia verursacht Allergien, Kanadische Goldrute breitet sich invasiv aus.

 

Quellen:
Gartenlust statt Gartenfrust – Praxistipps zum Pflanzenschutz, Umweltbundesamt 2016
Das große Biogarten-Buch. Andrea Heistinger, Arche Noah. 6. Auflage 2016. Löwenzahnverlag
www.uba.de/garten-pflanzenschutz
www.gartenfreunde.de
Fotos: Brennesssel, Kohl und Löwenzahn, Pixabay(CC0 Public Domain, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig): https://pixabay.com/de/kohl-lila-w%C3%A4chst-bauernhof-garten-373816/, https://pixabay.com/de/l%C3%B6wenzahn-blume-samen-flauschig-411368/, https://pixabay.com/de/klette-blatt-pflanze-unkraut-490503/ und https://pixabay.com/de/brennnessel-brennhaare-pflanze-320318/