Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Möhren - Saatgutvermehrung. Foto: Josef Schlaghecken, DLR-Rheinpfalz, Neustadt/Wstr., CC BY-NC-SA 3.0 DE

Saatgutvermehrung

Ob lila Blumenkohl, getigerte Tomate oder rote Melde – im eigenen Garten kann aus einer Geschmacks-, Farben-, und Formenvielfalt geschöpft werden, die das Supermarktangebot bei weitem übersteigt. Die Zahl der Kulturpflanzen hat in Deutschland durch die Industrialisierung der Landwirtschaft rapide abgenommen. Jahrhunderte lang haben die Bäuerinnen und Bauern ihr Saatgut selbst vermehrt. Mit etwas Geschick gelingt dies auch im eigenen Garten.

Grundlagen

  • Samenfeste Sorten kaufen. Steht F1 auf der Verpackung, handelt es sich um Hybridsaatgut, das nicht für die Vermehrung geeignet ist.
  • Zum Gewinn von Samen nur Pflanzen und Früchte auswählen, die für die Sorte erwünschte Eigenschaften erfüllen und gut gewachsen und gesund sind.
  • Das Saatgut reinigen oder ausdreschen sowie einige Zeit trocknen, bevor es verpackt wird.
  • Gelagert wird Saatgut am besten in einem fest verschließbaren Behälter, trocken, dunkel und bei konstanter kühler Temperatur (4 -10 °C).

Biologie

  • Einjährige Arten blühen im ersten Jahr des Anbaus und bilden Früchte mit Samen aus:
    – Bei manchen Pflanzen sind die Samen gleichzeitig mit den Früchten reif, z.B. bei Paprika, Tomate oder Kürbis.
    – Andere Früchte sind beim Verzehr eigentlich unreif. Sie müssen länger an der Pflanze bleiben, damit die Samen ausreifen z.B. Erbsen, Bohnen, Gurken, Zucchini, Aubergine.
    – Einige Pflanzen bilden zuerst das für den Menschen interessante Gemüse und später einen Blütenstand mit Samen z.B. Fenchel, Salat, Radieschen, Broccoli.
    – Auch Blumen und Kräutern blühen meist  im ersten Jahr. Ihre Samen sind reif wenn sie trocken sind und leicht herausfallen.
  • Zweijährige Arten bilden im ersten Jahr nur Blattmasse oder ein Speicherorgan. Sie blühen im zweiten Jahr und bilden erst dann Samen aus, z.B. Möhre, Mangold, Rote Beete, Weißkohl.
  • Die meisten Kulturpflanzen sind Fremdbefruchter und werden von Insekten bestäubt. Deshalb kann es passieren, dass Sorten verkreuzt werden. Dann nur eine Sorte anbauen. Um ganz sicher zu gehen, dass kein anderer Pollen aus der Nachbarschaft in die Blüte kommt, kann von Hand bestäubt werden z.B. bei Zucchini, Kürbis.
  • Selbstbefruchter können sich selbst bestäuben, z.B. Tomate, Paprika, Erbse. Die Chance ist hoch, sortenreines Saatgut zu erhalten, wenn in der Nähe keine andere Sorte steht.

Bei der vegetativen Vermehrung wird ein Pflanzenteil zur Vermehrung verwendet. Dies trifft z.B. auf Kartoffel, Meerrettich, Rhabarber, Schnittlauch, Minze zu.

Saatgutseminare:

dreschflegel-verein.de  * prospecierara.de * vern.de * arche-noah.at * nutzpflanzenvielfalt.de

 

Quellen:
Das große Biogarten-Buch. Andrea Heistinger, Arche Noah. 2013. Löwenzahn Studienverlag
Fotos: CC-BY-NC-SA-3.0 DE Josef Schlaghecken, DLR-Rheinpfalz, Neustadt/Wstr.: http://www.greencommons.de/Datei:Moehren_Saatgutgewinnung.jpg und http://www.greencommons.de/Datei:Porree-Bluetenbildung.jpg
CC0 Public domain, Wiki commmons: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Capsicum0.jpg
Rainer Rueff und Josef Schlaghecken, DLR-Rheinpfalz, Neustadt/Wstr.: http://www.greencommons.de/Datei:K%C3%BCrbis_Hokkaido_Samen_Gewebe.jpg
CC-BY-NC-SA-3.0 Amada44: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Feldsalat_samen.jpg
CC-BY-3.0 Roger Culos: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zea_mays_%27Ottofile_giallo_Tortonese%27_MHNT.BOT.2015.34.1.jpg
CC-BY-SA-3.0 Joachim Ziegler, DLR-Rheinpfalz, Neustadt/Wstr.: http://www.greencommons.de/Datei:Radies_Saatgutgewinnung_JZ.jpg