Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Buchweizen. Foto: Atilin, CC0 Public domain

Gründüngung

Unter Gründüngung versteht man das Säen von Pflanzen die nicht geerntet, sondern ganz in den Boden eingearbeitet werden. Man verwendet sie, wenn ein Beet mind. 3 Monate brach liegt, bevor die nächste Kultur angebaut wird. Das ist häufig im Herbst der Fall, sowie im Frühjahr vor kälteempfindlichen Gemüsesorten. Man nennt sie dann auch Zwischenfrüchte. Das Anpflanzen macht zwar Arbeit, rentiert sich aber durch zahlreiche positive Effekte für Boden und Pflanzengesundheit.

Positive Effekte:

  • Bodenfruchtbarkeit: Die organische Substanz fördert Bodenlebewesen wie Mikroorganismen und Regenwürmer, die Humus aufbauen.
  • Bodengare: Die Wurzeln hinterlassen eine gute Bodenstruktur.
  • Nährstoffversorgung: Arten aus der Familie der Hülsenfürchte (Leguminosen) können durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden. Dieser Nährstoff steht dann für die nächsten Pflanzen zur Verfügung. Tiefwurzelnde Pflanzen hohlen Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten.
  • Bodenbedeckung: Erosionsschutz bei Wind und Starkregen, keine Nährstoffverluste.
  • Pflanzengesundheit: Einige Gründüngungen wirken gegen Schädlinge und Krankheiten.
  • Unkrautunterdrückung: Unerwünschte Pflanzen können nicht wachsen.

Verwendung:

Für die Auswahl der Gründüngungspflanzen sind der Zweck (z.B. Lockerung, Bodengesundung), der Aussaattermin und die Fruchtfolge (Verwandtschaft mit Gemüsekulturen) zu beachten. Man unterscheidet zwischen Vor-, Nach- und Untersaaten, je nachdem ob die Pflanze vor, nach oder zwischen Gemüsekulturen wächst.

Vorsaat: Vor Starkzehren, die im Mai gepflanzt werden, kann z.B. Ackerbohne oder Spinat gesät werden.

Nachsaat: Häufigste Art der Gründüngung, wird ab August gesät. Auf leichten Böden sind winterharte Arten/Mischungen ideal, die eingearbeitet werden, bevor im Mai gepflanzt wird (z.B. Landsberger Gemenge). Auf schweren Böden eignen sich nicht-winterharte Arten, die absterben und als Mulch liegen bleiben (z.B. Phacelia, Bitterlupine). Nicht-winterharte Gründüngung passt auch, wenn im Frühjahr früh Gemüse gesät werden soll.

Untersaat: Zwischen Gemüsearten die langsam wachsen (Zuckermais, Kohl, Porree), zwischen Dämmen (Kartoffeln) und unter Dauerkulturen. Untersaaten tragen zur Pflanzengesundheit bei, indem sie Nützlinge fördern und Schädlinge fern halten. Geeignet ist z.B. flachwüchsiger Klee (Erdklee, Gelbklee) unter Kohl und Phacelia oder Buchweizen zwischen Kartoffeln.

Die Gründungspflanzen kommen nicht zur Blüte (mit Ausnahme von Bienenweiden), sie sollten nicht zu hoch wachsen und keine harten Stängel bilden. Dann kann man sie mit dem Rasenmäher abmähen, das Schnittgut einige Tage welken lassen und oberflächlich mit der Grabegabel einarbeiten. Im Sommer braucht es 3 Wochen, im Frühjahr und Herbst bis zu 6 Wochen Verrottungszeit bis die Gemüsekultur gepflanzt werden kann.

Ausgewählte Beispiele von Gründüngungspflanzen

Name Informationen Vor-, Nach- , oder Untersaat winterhart Aussaattermin
Ackerbohne Leguminose, sehr gute Bodengare Vor Starkzehrern;

Nachsaat

nein Feb. – Okt.
Buchweizen Bienenweide, keine Verwandtschaft mit Gemüse, bodengesundend Nachsaat, vor allem im Sommer nein bis Ende Aug.
Gelbsenf verwandt mit Kohl (Fruchtfolge!), schnelle Durchwurzelung des Oberbodens Vorsaat; vor allem Nachsaat nein Mrz. – Sept.
Inkarnatklee Leguminose, gut vor spät gepflanzten Starkzehrern wie Tomate Vor-, Nach- und Untersaat ja (Saat im Sept.) Mrz. – Sept.
Luzerne Leguminose, gute Unkrautunterdrückung, sehr tiefe Wurzeln mehrjährig ja Apr. – Sept.
Ölrettich Verwandt mit Radieschen, tiefe Lockerung für schwere Böden Nachsaat ja Aug. – Sept.
Phacelia Bienenweide, keine Verwandtschaft mit Gemüse, bodengesundend Vor- und Nachsaat nein Mrz. – Aug.
Spinat Essbar, gegen Erdflöhe, für eine gute Bodenstruktur Vor-, Nach-, Untersaat ja Feb. – Mrz.; Jul. – Sept.
Tagetes Gegen Nematoden, Bienenweide Vor- und Untersaat nein Apr. – Mai
Winterroggen Unterdrückt Unkraut wie Quecke, gut vor Wurzelgemüsen Vor-und Nachsaat ja Mrz. – Okt.
Winterwicke Leguminose, gut vor spät gepflanzten Starkzehrer wie Tomate Nachsaat Ja Jun. – Sept.


Quellen:
Das große Biogarten-Buch. Andrea Heistinger, Arche Noah. 6. Auflage 2016. Löwenzahnverlag
Kompost, Erde, Düngung – Der gesunde Gartenboden, Pflanzenernährung und Düngepraxis vpn Robert Sulzberg. 2003. BLV Verlag.
www.aid.de/inhalt/gruenduengung-fuer-den-hobbygarten-3719.html
Fotos: Public domain Atilin: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fagopyrum_sagittatum.jpg

CC-BY-SA-3.0-migrated Rasbak: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gele_mosterd_groenbemesting_(Sinapis_alba_green_manuring).jpg
CC-BY-SA-3.0-migrated Fabelfroh: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vicia_villosa.jpeg
CC BY 3.0 Rudolf Eberhard Neuber:https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Phacelia_Boratus.JPG

CC-BY-SA-3.0 Alupus: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Winterroggen_Anfang_April.JPG und https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abgefrorener_Wickenbestand_Mitte_Februar.JPG