Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Erdauswurf von Wühlmaus. Foto © Pflanzenschutzamt Berlin

Wühlmäuse

an Gemüse, Obstgehölzen, Sträuchern, Blumenzwiebeln, Zierpflanzen
Wurzeln, Wurzelgemüse und Rinde werden angenagt. Pflanzen wachsen nur kümmerlich, welken, vertrocknen, lassen sich leicht aus dem Boden ziehen und sterben ab.

Biologie

Die Große Wühlmaus (Arvicola terrestris), auch Schermaus genannt, ist ca. 15 cm lang, hat rot- bis grau-braunes oder schwarzes Fell, eine stumpfe Kopfform und versteckte Ohren. Sie lebt fast ausschließlich in ihrem unterirdischen Gangsystem und knabbert an den Wurzeln von Obstgehölzen, Sträuchern, Gemüsekulturen sowie an Blumenzwiebeln und Wurzelgemüse. Gelegentlich auch an der Rinde. Die Gangöffnungen unterscheiden sich von Maulwurfhügeln: Die Erdhaufen sind abgeflacht und unregelmäßig, die Öffnung liegt seitlich, die Gänge sind oval (höher als breit).

Die kleinere (9 – 12 cm) Feldmaus (Microtus arvalis) ist hellbraun bis grau mit hellerem Bauchfell und kleinen Ohren. Sie hat ebenfalls ein unterirdisches Gangsystem und frisst an Wurzeln, hält sich aber auch an der Oberfläche auf, um Pflanzenteile abzufressen. Die Rinde von Gehölzen wird rundherum abgenagt. Sie hinterlässt Laufwege zwischen ihren zahlreichen, runden Gangöffnungen, die keine Erdhügel aufweisen.

Anbauempfehlungen

  • Pflanzkörbe für Obstbäume, Rosen, Blumenzwiebeln einsetzen.
  • Regelmäßige Bodenbearbeitung zur Störung der Wühlmäuse in ihren sehr oberflächlichen Gängen.

 

Abwehr

Kulturführung

Vertreibung durch Gestank:

  • Sauer gewordene Buttermilch mindestens wöchentlich in die Gänge gießen.
  • Kleingeschnittene Knoblauchzehen, Fischköpfe, Hunde- oder Menschenhaare (vom Friseur) in die Gänge stopfen.

Vertreibung durch Lärm:

  • Spezielle Geräte verwenden oder Eisenstangen in den Boden rammen und regelmäßig draufschlagen um Schwingungen zu erzeugen.

Fallen:

  • Diese werden in Mäusegänge eingebracht. Sie können andere Tiere wie den geschützten Maulwurf gefährden. Beim Kauf auf den Hinweis „maulwurfsicher“ achten.

Nützliche Pflanzen

  •  Andere Nahrungsquellen zur Ablenkung anbieten: Topinambur wachsen lassen, sowie Wiese mit Klee.
  • Bestimmte Pflanzen können abweisende Wirkung haben: Gartengloxinien, Kaiserkrone, Schwarze Johannisbeere, Steinklee, Wolfsmilcharten und Hundszunge.

Nützlinge

Mauswiesel verfolgen Wühlmäuse bis in ihr Gangsystem. Sie werden gefördert durch Gartenelemente wie Steinhaufen, Totholz und verwilderte Ecken. Weitere Mäusejäger sind Fuchs, Iltis, Marder, Störche und Graureiher. Greifvögel können durch erhöhte Ansitzstangen angelockt werden. Hauskatzen jagen ebenfalls Wühlmäuse. Maulwürfe fressen Mäusejunge und verdrängen Wühlmäuse aus ihrem Revier.


Quellen:

www.oekolandbau.de
www.hortipendium.de/
www.livona.de
www.nabu.de
Fotos: Pflanzenschutzamt Berlin: Erdauswurf von Wühlmaus, Wühlmaus, Schadbild an Ligusterhecke
CC-BY-2.0 Peter Trimming: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arvicola-terrestris.jpg
CC-BY-3.0 Manuel R.: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Microtus_arvalis_entry_holes.JPG
CC BY-SA 3.0 Holger Casselmann: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Potatoes_feeding_damage_HC1.JPG
CC-BY-NC-SA-3.0, DLR Rheinpfalz: http://www.greencommons.de/Datei:W%C3%BChlmausaktivit%C3%A4t.jpg