Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Bohnenspinnmilbe. Foto © Pflanzenschutzamt Berlin

Spinnmilben

an Gurken, Bohnen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Aprikosen, Pfirsichen, Rosen, Malven, Dahlien, Obstbäumen
Die Milben und ihre Larven saugen Zellsaft und schädigen damit die Blätter. Diese bekommen helle, silbrige bis rotbraune Sprenkel, später werden sie braun und vertrocknen.

Biologie

Spinnmilben sind nur etwa einen halben Millimeter groß und leben versteckt auf der Blattunterseite.

Bei der Gemeinen Spinnmilbe (Tetranychus urticae), auch Bohnenspinnmilbe genannt, kommen die überwinternden orangeroten Weibchen ab März aus ihren Verstecken im Boden. Sie färben sich gelblich oder grünlich, wie auch die nachfolgenden Generationen. Die Kolonien aus erwachsenen Tieren, Larven und Eiern sind in charakteristisch weiße Gespinste eingehüllt.

Obstbaumspinnmilben (Panonychus ulmi) sind rot, überwintern in Form von roten Eiern an den Triebspitzen und schlüpfen zur Blütezeit der Bäume. Ihre Lebensweise ähnelt der Gemeinen Spinnmilbe, allerdings bilden die Kolonien keine Gespinste, sondern die Milben spinnen einzelne Fäden, um sich durch die Luft zu verbreiten.

Anbauempfehlungen

  • Vorsicht bei der Stickstoffdüngung: Keine Überversorgung!
  • Düngung: Kompost mit Algen- oder Gesteinsmehl, Blattdüngung mit Brennnessel-Schachtelhalmbrühe.

 

Abwehr

Kulturführung

  • Für Bohnen keine vormals befallenen Kletterhilfen verwenden.
  • Gemeine Spinnmilben lieben trockenes, heißes Klima, deshalb:
    • Kräftig gießen und Bodenfeuchte durch Mulchen fördern.
    • Im Gewächshaus oder Folienzelt die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
    • Gewächshäuser und Folienzelte ausreichend lüften.
    • Bei Befall die Blattunterseiten mit kaltem Wasser abspritzen und Pflanzen öfters befeuchten.
  • Befallene Pflanzenteile vernichten (nicht kompostieren).
  • Nur als letzte Alternative biologische Pflanzenschutzmittel wie Schmierseifen-Lösung, Rapsöl- oder Paraffinöl-Emulsion oder Pyrethrum einsetzen. Achtung: Gefahr für Nützlinge wie Raubmilben u.a.! (Informationen zu Wirkstoffen auf oekologischerlandbau.jki.bund.de).

Pflanzliche Mittel

  • Starken Zwiebelschalentee oder Rainfarn-Wermutbrühe mehrmals wiederholt auf Blattober- und Unterseite ausbringen.
  • Obstbäume mehrmals mit gärender Brennnesseljauche spritzen.

Nützlinge:

  • Schwarze Kugelmarienkäfer, Gallmücken, Schwebfliegen, Raubwanzen und Raubmilben.
  • Raubmilben der Arten Phytoseiulus persimilis oder Amblyseius californicus gezielt im Gewächshaus ausbringen, im Sommer auch im Freiland.
  • Raubmilben der Art Typhlodromus pyri beugen der Überpopulation von Obstbaumspinnmilden vor.

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag
Biologischer Pflanzenschutz im Freiland – Pflanzengesundheit im Ökologischen Landbau. Stefan Kühne, Ulrich Burth und Peggy Marx. 2006. Ulmer Verlag
Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.oekolandbau.de
www.hortipendium.de/

Fotos: Pflanzenschutzamt Berlin: Bohnenspinnmilben, Spinnmilbe, Sommergeneration, Obstbaumspinnmilbe,  Winterweibchen, Spinnmilben an ausdauerndes Eiskraut und Spinnmilbe an Buchsbaum Schadbild
W. Kreckl, LfL Freising: Spinnmilben an Oleander, Spinnmilben