Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Birnengitterrost an Birnenblatt. Foto: Holger Krisp, CC BY 3.0

Rostpilze

an Obst, Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Birnen, Gemüse, Porree, Zwiebeln, Schnittlauch, Zierpflanzen, Rosen
Die vielgestaltigen Rostpilze (Pucciniales) tragen Ihren Namen auf Grund ihrer oft rostroten oder orangegelben Färbung.

  • Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) bildet leuchtend orange-rote Flecken auf den Blättern, gegen Spätsommer auf der Blattunterseite höckerartige Sporenlager. Der Pilz benötigt zum Überwintern Zierwachholderarten wie Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis) und Sadebaum (Juniperus sabina). Der heimische Gemeine Wacholder (Juniperus communis) wird nicht befallen. An Wacholderzweigen sind hellbraune, verdickte Zapfen, aus denen Sporenschleim austritt. Verbreitung durch den Wind mindestens 500 m weit.
  • Brombeerrost (Phragmidium violaceum) bildet auf der Blattoberseite dunkelrote Blattflecken, später auf der Blattunterseite gelborange Sporenlager.
  • Himbeerrost (Phragmidium rubi-idaei) bildet zunächst ab Mai/Juni auf der Blattoberseiten gelborange Sporenlager, später auch auf der Blattunterseite.
  • Porreerost (Puccinia porri und Puccinia allii) befällt Porree, Zwiebeln, Schnittlauch und verursacht zunächst kleine, helle, runde Flecken aus denen gelborange Sporenlager entstehen. Die Blätter vergilben und sterben ab, im Herbst entstehen schwarze Wintersporen.
  • Rosenrost (Phragmidium mucronatum und Phragmidium tuberculatum) verursacht verschiedene Blattflecken. Im Frühjahr bilden sich blattoberseits orange Blattflecken, im Sommer orangegelbe Sporenlager und im Herbst schwarze Wintersporen auf der Blattunterseite.
  • Säulenrost (Cronartium ribicola) überwintert auf Kiefernarten und verursacht bei Obstpflanzen wie der Schwarzen Johannisbeere ab Juni auf den Blattunterseiten gelborange Pusteln (Sporenlager), die sich zu Säulen entwickeln.

Biologie

Die vielgestaltigen Rostpilze (Pucciniales) befallen Obst, Gemüse und Zierpflanzen. Sie dringen in das Pflanzengewebe ein ohne ihren Wirt zu töten. Die Pflanzen werden jedoch in ihrer Photosynthese gestört und liefern weniger Ertrag. Rostpilze sind an ihre Wirte angepasst: einige bleiben durchgängig auf derselben Art, andere vollziehen einen Wirtswechsel zum Überwintern.

Anbauempfehlungen

  • Gemüse und Zierpflanzen in windoffenen Lagen anbauen und ausreichende Pflanzabstände einhalten.
  • Fruchtfolge einhalten.
  • Für Dauerkulturen widerstandsfähige Sorten wählen.
  • Keinen Zierwachholder pflanzen.

 

Abwehr

Kulturführung

  • Befallene Gemüse- und Zierpflanzenteile sofort entfernen und vernichten um Ausbreitung zu verhindern.
  • Beerensträucher rechtzeitig licht ausdünnen, um für eine gute Abtrocknung zu sorgen.
  • Bei nicht wirtswechselnden Arten (Rosen, Beeren) das Falllaub und Schnittgut gut in den Boden einarbeiten und die Verrottung fördern.
  • Zierwachholder in der Umgebung von Birnbäumen entfernen oder die Infektionsherde an den Wachholderzweigen tief herausschneiden und verbrennen.

Nützliche Pflanzen

  • Regelmäßig Pflanzenstärkungsmittel wie Algen-Produkte, Ackerschachtelhalmbrühe oder Zwiebel-Knoblauch-Tee spritzen.

 

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag

Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.oekolandbau.de
www.hortipendium.de/
Fotos: CC BY 3.0 Holger Krisp: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Birnengitterrost_Gymnosporangium_fuscum.JPG
Schadbild an Birnenbaum, Pixabay (CC0 Public Domain, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig): https://pixabay.com/de/birnbaumbl%C3%A4tter-birnbaum-krankheit-59904/
W. Kreckl, LfL Freising: Rost an Schnittlauch

CC BY-SA 3.0 Marek Argent: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20130721-ribes-nigrum-cronartium-ribicola-by-abrimaal.JPG
CC BY-SA 4.0 Jerzy Opiola: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Phragmidium_mucronatum_a1_(1).jpg
CC BY-SA 3.0 Eco-mus: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gymnosporangium_sabinae_02.jpg