Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Großer Kohlweißling. Foto: Jürgen Ziegler, DLR RP, CC BY-NC-SA 3.0 DE

Raupen an Kohl

an Kohl, Salat, Möhren, Zwiebeln, Erdbeeren, Paprika
Verschiedene Raupen fressen Kohlblätter kahl, dringen in die Kohlköpfe ein, fressen Gänge in Blätter, Schaben die Blattunterseite ab, sodass Stellen durchscheinend silbergrau erscheinen und verursachen Löcher. Kohl kann kopflos oder missgebildet wachsen.

Biologie

Die weißlichen Kohlweißlinge (Pieris  ssp.) mit schwarzen Flügelspitzen überwintern als Puppen und schlüpfen ab April. Sie legen ihre Eier an Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler. Die 2. Generation ab Juli ist gefährlicher für Kohlpflanzen. Aus den gelb gerippten Eiern an der Blattunterseite schlüpfen hellgrüne Raupen mit gelber Rückenlinie (und schwarze Flecken beim Großen Kohlweißling). Die bis zu 4 cm langen Raupen fressen Kohlblätter bis auf die Blattrippen kahl. Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings fressen sich auch in die Köpfe hinein.

Die kleine, dunkelgraue Kohlmotte (Plutella xylostella) mit hellem Zickzackband auf dem Rücken fliegt ab Mai. Die gelblich-grauen bis grünen, 1 cm großen Raupen fressen Gänge in Blätter, Schaben die Blattunterseite ab, sodass Stellen durchscheinend silbergrau erscheinen und verursachen Löcher. Da sie gern Herzblättern fressen, kann es zu Kopflosigkeit oder –missbildung kommen. Es treten drei bis vier Generationen auf.

Erdraupen sind die Larven verschiedener Eulen-Arten wie Kohleule (Mamestra brassicae), Wintersaateule, Gemüseeule, Hausmutter. Die bräunlichen oder gräulichen Nachtfalter haben eine Spannweite von 4-5 cm. Sie legen von Juni bis Juli ihre Eier an die Blattunterseite von Kohl und anderen Pflanzen (Möhre, Zwiebel, Salat, Erdbeere, Paprika). Die grauen, braunen oder grünlichen Raupen verstecken sich tagsüber in der Erde nahe den Futterpflanzen und fressen nachts unregelmäßige Löcher in die Blätter. Sie schädigen Wurzelgemüse und Wurzeln von Kulturpflanzen. Junge Pflanzen fallen um und sterben ab. Die 2. Generation ab August frisst sich in Kohlköpfe hinein und verursacht Verunreinigungen mit grünschwarzen Kot, der zu Fäulnis führen kann. Auf der Hand rollen sich Erdraupen sofort ein.

Anbauempfehlungen

  • Kulturschutznetze (bis 5 mm Maschenweite gegen Kohlweißlinge und –eulen, bis 2 mm gegen Kohlmotte und Kohlfliege) sofort nach dem Setzen/Säen über den Beeten anbringen, den Rand gut im Boden eingraben. Auf ausreichende Volumen der Netze achten, da der Kohl in die Höhe wächst!
  • Mischkultur mit stark riechenden Pflanzen wir Tomaten, Sellerie, oder Kräutern wie Beifuß, Dill, Pfefferminze, Rosmarin, Thymian, Salbei.
  • Untersaat mit Klee.


Abwehr

Kulturführung

  • Nicht mit Brennnesseljauche düngen.
  • Wöchentliche Kontrolle der Pflanzen auf Schäden, nach Eiern und Raupen absuchen und diese absammeln, mit scharfen Wasserstrahl abspritzen oder abbürsten (Handfeger und Kehrblech).
  • Erdraupen nachts absammeln oder tagsüber den Boden um absterbende Pflanzen 1-2 cm tief öffnen und Raupen aufspüren.

Gegen Erdraupen:

  • Gute Bodenfeuchte durch Wässern und Mulchen
  • Unkraut jäten
  • Regelmäßig hacken

Nützliche Pflanzen

  • Gegen Erdraupen mit Frankraut mulchen.
  • Rainfarn-, Wermut- oder Eisenkrauttee oder Tomatenblätterauszug zur Flugzeit regelmäßig auf die Pflanzen und gegen Erdraupen auch auf den Boden und an Wurzelhälse spritzen.

Nützlinge

Verschiedene Schlupfwespen parasitieren die Raupen: die Kohlweißlings-Schlupfwespe (Cotesia glomerata) bekämpft den Kohlweißling, Trichogramma brassicae bekämpft verschiedene Raupen und die Gattung Diadegma parasitiert Erdraupen.
Außerdem werden die Raupen und Falter u.a. von Raupenfliegen, Lauf- und Raubkäfern, Spitzmäusen, Igeln, Maulwürfen, Amseln und Fledermäusen verspeist. Hühner scharren die Raupen und Puppen aus abgeernteten Beeten.

 

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag

Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.oekolandbau.de
www.hortipendium.de/
Fotos: CC BY-NC-SA 3.0 DE Jürgen Ziegler, DLR RP: http://www.greencommons.de/Datei:Kohlwei%C3%9Fling-Gro%C3%9Fer-Raupe_DLR_ZJ.JPG
CC BY-SA 3.0 S Sepp: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Large_white_spread_wings.jpg
CC BY-NC-SA 3.0 DE Josef Schlaghecken:http://www.greencommons.de/Datei:Gr-Kohlwei%C3%9Fling-11.JPG
CC BY-NC-SA 3.0 DE Jochen Kreiselmaier, DLR Rheinpfalz: http://www.greencommons.de/Datei:Kohlmotte.jpg, http://www.greencommons.de/Datei:Kohleule-Kreiselmaier.JPG und http://www.greencommons.de/Datei:Kohleule-Kot-Kreiselmaier.JPG
CC BY-SA 2.5 James K.Lindsey: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pieris.rapae.caterpillar.jpg
CC BY-NC-SA 3.0 DE DLR Rheinpfalz: http://www.greencommons.de/Datei:Erdraupen3.JPG
CC BY-SA 2.5 Olaf Leillinger:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Plutella.xylostella.7383.jpg