Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Chamaepsila rosae und Schadbild. Foto links: Sarefo, Cc-by-sa-3.0,2.5,2.0,1.0. Foto rechts: Rasbak, CC BY-SA 3.0

Möhrenfliege

an Möhren, Pastinaken, Sellerie, Petersilie
Die gelblichen Maden der Möhrenfliege fressen zuerst die Seitenwurzeln, nach 3 – 4 Wochen erreichen sie die Hauptwurzel. Dort fressen sie sichtbare Gänge und füllen diese mit ihrem dunklen Kot. Die Möhren stinken und faulen. Das Kraut kann sich gelb bis rötlich verfärben und absterben.

Biologie

Die 4 bis 5 mm große Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) ist glänzend-schwarz und hat einen bräunlichen Kopf mit roten Augen. Die Puppen und Larven können tief im Boden überwintern. Die 1. Generation tritt ab April/Mai auf und die 2. Generation ab Juli/August. Die 2. Generation kann in Wintermöhren große Schäden anrichten. Die Möhrenfliege legt ihre kleinen weißen Eier oberflächlich in den Boden dicht bei den Pflanzen ab. Die gelblichen Maden werden bis zu 7 mm groß.

Anbauempfehlungen

  • Windoffenen Standort wählen.
  • Fruchtfolge einhalten.
  • Leichter und lockerer Boden ohne Mist oder starkriechende Düngung.
  • Widerstandsfähige Sorten nutzen.
  • Möglichst frühe Saat.
  • Mischkultur mit Zwiebeln, Lauch oder Schnittlauch bietet einen leichten Schutz durch Geruchsverwirrung.
  • Dünn aussäen, damit die Möhrenfliege nicht durch den Möhrenduft beim Ausdünnen der Reihen angelockt wird.

 

Abwehr

Kulturführung

  • Kulturschutznetze mit 1,5 mm Maschenweite über das Beet spannen und am Rand gut eingraben -> muss das Netz angehoben werden, sollte dies in der 1. Tageshälfte erfolgen.
  • Achtung: während der Hauptflugzeit nicht oder nur an windstillen Tagen  jäten, hacken und wässern.
  • Nur am Ende der Reihe teilernten, keinesfalls Möhren zwischendrin herausziehen (siehe oben).
  • Beim 1. Auftreten von Maden alle Möhren abernten.
  • Wichtig: Alle vermadeten Ernterückstände restlos beseitigen und nicht kompostieren.

Nützliche Pflanzen

Zur Verwirrung der Möhrenfliege:

  • Stark riechende Kräuter wie Rainfarn, Farnkraut und Lavendel zwischen den Saatrillen als Mulch verteilen.
  • Das Saatgut mit Zwiebelbrühe, Knoblauchtee oder stark riechende Kräutertees wie Rainfarn mehrfach überbrausen.

Nützlinge

Schlupfwespen, Laufkäfer und Raubkäfer vertilgen die Eier oder Larven der Möhrenfliege.

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag
Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.oekolandbau.de
http://www.hortipendium.de/Möhrenfliege
http://www.krautundrueben.de/?redid=632480
Fotos: Pflanzenschutzamt Berlin: Schadbild Möhrenfliege
CC BY-SA 3.0 Rasbak: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3226408
Cc-by-sa-3.0,2.5,2.0,1.0 Sarefo: http://www.hortipendium.de/Datei:Chamaepsila.sp.1.jpg