Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Echter Mehltau an Tomatenpflanze. Foto © W. Kreckl, LfL Freising

Mehltau

an Gurken, Zucchini, Tomaten, Kartoffeln, Kohl, Spinat, Zwiebeln, Salat, Apfel, Quitten, Aprikosen, Erdbeeren, Stachelbeeren, Weinreben, Rosen
Auf der Blattober- oder -unterseite wächst ein weißer, grauer oder bräunlicher Pilzrasen. Die Blätter haben gelbe, braune oder rötliche Flecken. Oder sie werden braun und vertrocknen.

Biologie

Mehltau hat etwa 100 Unterarten und ist wirtsspezifisch.

Echter Mehltau (Erysiphaceae) tritt vor allem bei trockenem Wetter meist gegen Ende der Vegetationsperiode auf. Auf der Blattoberseite zeigt sich ein weißlicher, später bräunlicher, abwischbarer Belag. Die Blätter werden braun und vertrocknen. Die Sporen werden im Sommer mit dem Wind verbreitet. Der Pilz überwintert an Pflanzen.

Falscher Mehltau (Peronosporaceae) tritt nur bei feuchtem Wetter auf. Er verbreitet sich durch Spritzwasser und Luft und dringt an der Blattunterseite in das Pflanzengewebe ein. Dort wächst ein weiß-grauer Pilzrasen. Auf der Blattoberseite zeigen sich gelbe, braune oder rötliche Flecken. Der Pilz überwintert an abgestorbenen Pflanzenteilen im Boden.

Anbauempfehlungen

  • Fruchtfolge einhalten.
  • Resistente Sorten wählen.
  • Auf gute Belüftung durch ausreichende Pflanzabstände achten.
  • Bei Kohl: Saatgut vorbeugend mit heißem Wasser gegen Falschen Mehltau behandeln (50 Grad Celsius, 20 bis 30 Minuten)

 

Abwehr

Kulturführung

  • Pflanzen mit Steinmehl bestäuben.
  • Befallene Pflanzenreste entsorgen oder gut kompostieren und dabei sofort abdecken.

Falscher Mehltau

  • Mag es feucht: Pflanzen trocken halten, nur morgens und von unten gießen.
  • An Gurken befallene Blätter mit purem Mostessig spritzen.

Echter Mehltau

  • Mag es trocken: Höhere Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus halten.
  • Natriumhydrogencarbonat oder Kaliumbicarbonat (z.B. Backpulver/Natron) helfen gut gegen Echten Mehltau, geringer gegen Falschen Mehltau: 1 Päckchen Backpulver auf 3 l Wasser mit etwas Rapsöl und einigen Tropfen Spülmittel mischen und wöchentlich spritzen.
  • Magermilch oder Molke spritzen, 1:5 mit Wasser verdünnen, 2 – 3  Mal wöchentlich anwenden.
  • (Soja-)Lecithin bei Zierpflanzen, Gurken, Beeren, Apfel spritzen.

Nützliche Pflanzen

  • Vorbeugende pflanzenstärkende Blattspritzung mit Ackerschachtelhalmbrühe, Knoblauch-Tee, Sachalin-Staudenknöterich-Tee (gegen Echten Mehltau) oder Algenpräparaten.
  • Gegen Echten Mehltau an Gurke und Apfel vorbeugend eine Brühe aus Wurzeln des Stumpfblättrigen Ampfers wöchentlich spritzen: frische Wurzeln von mind. zweijährigem Ampfer fein pürieren, 150 g auf 10 l Wasser, 1 Stunde ziehen lassen, filtrieren.
  • Fenchelöl gegen Echten Mehltau an Beeren, Gemüse und Zierpflanzen einsetzen.

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag

Das große Bio-Gartenbuch. Andrea Heistinger, Verein Arche Noah. 6. Auflage 2016. Löwenzahnverlag
Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.oekolandbau.de
www.hortipendium.de/
Fotos:
W. Kreckl, LfL Freising: Echter Mehltau an Tomatenpflanze
Pflanzenschutzamt Berlin: Amerikanischer Stachelbeermehltau an Stachelbeere, Echter Mehltau an Wein, Falscher Mehltau an Wein und Apfelmehltau
CC-BY-NC-SA-3.0 Frank Korting, DLR Rheinpfalz: http://www.greencommons.de/Datei:EM10Rosa.jpg und http://www.greencommons.de/Datei:Peronospaora_sparsa01Rosa.jpg
CC BY-SA 3.0 Christian Hummert: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Falscher_Mehltau.jpg
CC BY-NC 3.0 Gerald Holmes, California Polytechnic State University at San Luis Obispo: Bugwood.org
CC BY-NC 3.0 Jason Brock, University of Georgia: Bugwood.org