Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Schaden am Eisbergsalat. Foto: Jochen Kreiselmaier, CC-BY-NC-SA-3.0

Grauschimmel

an Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Basilikum, Kräutern, Gurken, Zucchini, Kürbis, Spargel, Bohnen, Tomaten, Paprika, Salat, Zwiebeln, Melonen, Möhren, Sellerie, Weinreben, Zierpflanzen, Blumenzwiebeln, Pfingstrosen, Geranien, Alpenveilchen
Typisch ist ein grauer, stäubender Belag auf Früchten und Pflanzenteilen. An Tomaten entstehen Flecken mit grün-gelbem Ring und punktförmigem, dunklen Zentrum (Geistflecken). Bei Erdbeeren, Gurken, Zucchini oder Bohnen kann die Infektion über Reste der welkenden Blütenblätter erfolgen. Bei Salat sind die am Boden liegenden Blätter infektionsgefährdet, der Wurzelhals verfärbt sich braunrot und der Kopf fault. Zwiebeln sind nach einem feuchten Sommer oft im Winterlager betroffen.

Biologie

Grauschimmel(Botrytis cinerea) kann an etwa 80 verschiedenen Pflanzen wie Gemüse, Obst, Weinreben und Zierpflanzen auftreten. Der Pilz überwintert an abgestorbenen Pflanzenteilen. Im Frühjahr verbreiten sich seine Sporen durch Luftbewegung und über Spritzwasser. Sie können längere Zeit auf den Pflanzen liegen und führen erst bei Feuchtigkeit zur Infektion. Der Pilz gilt als Schwächeparasit:  befallen werden nur geschwächte oder verletzte Pflanzen und abgestorbene Pflanzenteile.

Anbauempfehlungen

  • Sonnige Standorte wählen.
  • Ausgewogene Düngung, nicht zu viel Stickstoff, vor allem bei sauren Böden Basalt-, Gesteins- und Algenmehl einsetzen.
  • Für Bodenlockerung und gute Bodenstruktur sorgen, gegen Staunässe.
  • Robuste Sorten bevorzugen.
  • Erdbeeren in Mischkultur mit Knoblauch pflanzen.
  • Für eine gute Durchlüftung weite Pflanzabstände einhalten und zu dichtes Laub ausdünnen.


Abwehr

Kulturführung

  • Allgemein auf eine gute Kulturführung achten um Schwäche vorzubeugen, d.h. gute Nährstoffversorgung, gleichmäßige Wasserversorgung, kein Licht- oder Luftmangel, Verletzungen z.B. beim Hacken vermeiden.
  • Erdbeeren mit Stroh mulchen, um sie vom Boden fern zu halten.
  • Gurken hochleiten.
  • Tomaten vorsichtig ausgeizen, wenig verletzen.
  • Zwiebeln bei trockenem Wetter ernten.
  • Himbeeren und Brombeeren regelmäßig schneiden und auslichten.
  • Befallene Pflanzenteile sofort entfernen und vernichten.
  • Für niedrige Luftfeuchtigkeit sorgen, Gewächshaus ausreichend lüften.
  • Pflanzen mit Steinmehl bestäuben.

Nützliche Pflanzen

  • Beete und Pflanzen im Frühjahr und Herbst mit starker Ackerschachtelhalmbrühe spritzen, gefährdete Pflanzen regelmäßig spritzen.
  • Entwicklung der Jungpflanzen durch Algenextrakte oder Brennnesseljauche fördern.

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag

Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.oekolandbau.de
www.hortipendium.de/
Fotos: CC-BY-NC-SA-3.0 Jochen Kreiselmaier: http://www.greencommons.de/Datei:Botrytis-Eissalat002-DLR-NW-jk.JPG, http://www.greencommons.de/Datei:Botrytis-Feldsalat011-DLR-NW-jk.jpg und http://www.greencommons.de/Datei:Botrytis-Lollo-Salat005-DLR-NW-jk.JPG