Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Maikäferengerlinge. CC0 Botaurus

Engerlinge

an Rasen, Bäumen, Erdbeeren, Salat, Jungpflanzen, Kartoffeln, Rüben
Engerlinge fressen an den Wurzeln von Gräsern, Kulturpflanzen und Bäumen. Es entstehen nestweise Kahlstellen im Rasen, Pflanzen welken, sterben ab und können widerstandslos aus dem Boden gezogen werden. 

Biologie

Engerlinge sind die Larven verschiedener Blatthornkäfern(Scarabaeoidea).

Maikäfer fliegen ab Ende April und ernähren sich hauptsächlich von den Blättern von Laubbäumen. Die Weibchen legen ihre Eier im Boden ab. Dort entwickeln sich die Larven 3 – 5 Jahre lang. Sie sind ca. 6,5 cm lang, schmutzig-weiß bis gelblich, meist c-förmig gekrümmt und haben kräftige Beine am Kopf. Ebenfalls von Pflanzenwurzeln ernähren sich die Larven von Juni– und Gartenlaubkäfern. Sie sehen ähnlich aus, sind kleiner und richten weniger Schäden an.

Nützlich sind die Engerlinge des Rosenkäfers und des geschützten Nashornkäfers, die im Gegensatz zu ihren schädlichen Verwandten in Komposthaufen und Totholz vorkommen. Sie ernähren sich von toten Pflanzenteilen und helfen Humus zu produzieren, deshalb sollte man sie schnell wieder eingraben, wenn man sie versehentlich ans Tageslicht befördert hat.

Anbauempfehlungen

  • Sachgerechte Rasenpflege für eine dichte geschlossene Grasnarbe.
  • Vor der Rasenneuaussaat die betroffenen Stellen im Spätsommer bei starkem Sonnenschein gründlich fräsen.
  • Zur Hauptflugzeit der Käfer gefährdete Beete mit Schutznetzen abdecken.

 

Abwehr

Kulturführung

  • Häufiges Hacken stört die Entwicklung.
  • Bei der Bodenbearbeitung im Herbst auf Larven achten.
  • Ausgraben der Larven.

Nützliche Pflanzen

  • Knoblauch als Mischkulturpartner von Erdbeeren.

Nützlinge

  • Für Maulwürfe, Spitzmäuse, Igel, Marder und Grünspechte sind Engerlinge eine saftige Köstlichkeit. Um sie zur Jagd zu animieren auf Gartenbeleuchtung in der Dämmerung und Nacht verzichten. Auch Hühner scharren die Larven gerne aus dem Boden.
  • Rollwespen parasitieren Engerlinge und töten sie dadurch ab.
  • Fledermäusen, Spatzen und Krähen verspeisen Maikäfer.
  • Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) gegen Gartenlaubkäfer sind im Handel erhältlich.

 

Quellen:
Biologischer Pflanzenschutz im Garten. Otto Schmid, Silvia Henggeler. 10. Auflage 2012. Ulmer Verlag
Pflanzenschutz im Biogarten. Marie-Luise Kreuter. 5. Auflage 2003. BLV Verlag
www.gartenfreunde.de
www.lwk-niedersachsen.de
Fotos: Maikäferengerlinge CC0 Botaurus: http://www.hortipendium.de/Datei:Melolontha-melolontha-20-VII-2007.jpg Pflanzenschutzamt Berlin: Maikäferengerling, Engerling-Gartenlaubkäfer und Jungkäferlarve im zweiten Jahr
CC-SY-3.0 StromBer: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Engerlinge234.JPG?uselang=de