Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Staudenbeet. Foto: Harvey Barrison from Massapequa, NY, USA, CC-BY-SA-2.0

Wildstauden

Als Stauden werden mehrjährige, krautige Pflanzen bezeichnet. Im Garten überwintern sie als Wurzelstöcke, Zwiebeln, Knollen und Co. Insekten, Schmetterlinge, Bienen und Vögel nutzen Wildstauden als Nahrung und Deckung. Sie sind auf heimische, meist wilde Arten spezialisiert und können mit exotischen Stauden oder Zuchtformen oft nichts anfangen. Zudem gibt eine riesige Auswahl wunderschön blühender Wildformen. Unter ihnen sind viele bemerkenswerte Arten, die als Heilkräuter oder Gewürze, als biologische Pflanzenschutzmittel oder als Dünger und Mulchmaterial genutzt werden können.

Aufbau

Für ein Staudenbeet, das über das ganze Jahr prächtig blüht, kombiniert man Arten mit unterschiedlichen Blühzeiten, Blütenfarben und Wuchshöhen. Um große Leitstauden herum werden mittlere und flach wachsende Arten gruppenweise angeordnet. In die Lücken können einjährige Sommerblumen gesät oder gepflanzt werden. Bei der Auswahl der passenden Arten, lässt sich jeder Standort im Garten mit Wildstauden begrünen – von der vollschattigen Nordseite des Hauses hin zur sonnigen Trockensteinmauer. StaudenSäume schaffen einen fließenden Übergang von der Wildstrauchhecke zum Rasen, der durch Blumenzwiebeln bereichert wird.

Material

Für einen besonders hohen ökologischen Wert darauf achten, dass es sich um die Wildform und nicht um Zuchtformen, Hybride der Art oder einen Exoten handelt. Einige Staudengärtnereien haben sich auf Wildstauden spezialisiert (siehe Sorten). Die Pflanzen werden passend zum Standort gewählt oder dieser wird entsprechend angepasst z.B. durch abmagern oder nachkalken. Die Stauden wachsen oft in typischen Pflanzengemeinschaften.

Völlig kostenlos kommt eine Vielzahl von Wildstauden als „Unkraut“ im Garten vor. Brennnessel, Distel und Löwenzahn sind essentielle Nahrungspflanzen für viele Schmetterlingsarten und samenfressende Vögel wie den Stieglitz.

Heimische Wildstauden über das Jahr

Name Blütezeit Standort
Gewöhnliche Wurmfarn
(Dryopteris filix-mas)
 – Vollschatten, feucht, unter immergrünen Sträuchern
Schneeglöckchen
(Galanthus nivalis)
Sehr früh Halbschattig, Unter Gehölzen
Winterling (Eranthis hyemalis) Sehr früh Unter Gehölzen
Gewöhnliche Haselwurz
(Asarum europaeum)
Frühling Vollschatten, feucht, unter immergrünen Sträuchern
Krokusse (Crocus ssp.) Frühling Im Rasen, unter Gehölzen
Echte Schlüsselblume
(Primula veris)
Frühling Sonnig, kalkhaltig, Rasen
Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) Frühling Sonnig, kalkhaltig, nährstoffarm
Echtes Lungenkraut
(Pulmonaria officinalis)
Frühling Halbschattig
Löwenzahn
(Taraxacum officinale)
Frühling Sonnig bis halbschattig, nährstoffreich, anspruchslos, Rasen
Gewöhnliche Akelei
(Aquilegia vulgaris)
Sommer Halbschattig, kalkhaltig
Echter Beinwell
(Symphytum officinale)
Sommer Halbschattig bis schattig, feucht
Großblütige Königskerze
(Verbascum densiflorum)
Sommer Sonnig
Wilde Möhre
(Daucus carota subsp. carota)
Sommer – Herbst Sonnig, trocken
Echtes Tausendgüldenkraut
(Centaurium erythraea)
Sommer – Herbst Sonnig bis halbschattig
Große Brennnessel
(Urtica dioica subsp. dioca)
Sommer – Herbst Nährstoffreich, anspruchslos
Rainfarn (Tanacetum vulgare) Spätsommer Sonnig, feucht
Große Fetthenne
(Hylotelephium telephium)
Herbst Sonnig, trocken, steinig

Aufwand/Pflege

Je nach Art liegt der optimale Pflanzzeitpunkt im Herbst oder Frühling. Die Beete regelmäßig wässern, abgeblühte Blüten und welke Blätter während der Saison entfernen. Die abgeblühten Stauden im Herbst jedoch nicht abschneiden, sondern bis zum Frühjahr warten. Das schützt die Pflanzen vor Frost und Nässe, bietet Nützlingen Überwinterungsquartiere und Vögeln Samen als Futter.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Gesellschaft der Staudenfreunde und auf der Webseite der GRÜNEN LIGA Berlin.


Quellen:
www.gartenfreunde.de
www.naturgarten.org
www.bluehende-landschaft.de

www.bund-bremen.net/fileadmin/bundgruppen/bcmslvbremen/naturschutz/artenschutz/Bremen_blueht_auf/Staudenbeet.pdf
Foto: CC-BY-SA-2.0 Harvey Barrison from Massapequa, NY, USA: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Longwood_2011_09_02_0513_(6160931190).jpg und https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Longwood_2011_09_02_0510_(6160390441).jpg
CC BY-SA 3.0 Rasbak: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bergenia_cordifolia_%27Purpurea%27.jpg
CC-BY-SA-2.0 François Bianco: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Colorfull_flowers_(15164960221).jpg
CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0 Vmenkov: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dermenino_-_flowers_in_front_of_an_abandoned_house_-_DSCF5710.JPG
CC-BY-SA-3.0 Dominicus Johannes Bergsma: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Helenium_%27Windley%27.JPG
CC-BY-SA-2.0 Ronald Saunders from Warrington, UK: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flickr_-_ronsaunders47_-_ROAD-SIDE_FLOWER_DISPLAY._1.jpg