Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 
Nistkasten. Foto CC0 Pixabay

Vogelnistkasten

Da natürliche Höhlen in morschen, alten Bäumen oder Ritzen an Gebäuden zunehmend fehlen, ist es sinnvoll Vögeln zusätzliche Brutplätz anzubieten. Im Winter sind Nistkästen für manche Arten überlebenswichtig, weil sie warme Unterschlüpfe brauchen. Viele Vögel sind im Garten nützlich, da sie Falter und Raupen (z.B. Frostspanner, Eulenfalter-Raupen, Wickler) oder Schnecken fressen, die Schäden im Garten verursachen können.

Aufbau

  • Kästen in 2-3 m Höhe am Haus oder im Baum aufhängen.
  • Mindestabstand von 10 m zwischen Kästen für dieselbe Vogelart einhalten, um Nahrungskonkurrenz zu vermeiden (gilt nicht für Koloniebrüter wie Spatzen, Stare oder Schwalben).
  • Ausrichtung nach Osten oder Südosten, zum Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und Witterung.
  • Ungestörten Anflug ohne dichtes Geäst gewährleisten.
  • Zum Schutz vor Fressfeinden (Katzen, Mader) das Einflugloch mindestens 17 cm hoch über dem Kastenboden platzieren, das Dach möglichst weit über den Eingang ziehen und keine Sitzstange anbringen.
  • Bodenfläche von etwa 12 x 12 cm, mit 4 – 5 mm großen Löchern zur Belüftung und Entfeuchtung.
  • Leichtes Öffnen des Kastens ermöglichen.
  • Im Herbst oder im Frühjahr bis März anbringen.
Vogelart Durchmesser Einflugloch
Weidenmeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Blaumeise, Sumpfmeise 26 – 28 mm
Kohlmeise, Kleiber 32 mm
Spatz, Trauerschnäpper 35 mm
Star 45 mm
Gartenrotschwanz Hochoval: 48×32 mm
Hausrotschwanz, Stelzen, Grauschnäpper, Rotkehlchen halb offener Kasten (Halbhöhle)

Material

  • Für die Wände des Nistkastens ungehobelte, 2 cm dicke Bretter aus wetterbeständigem Holz verwenden: am besten Eiche, Robinie oder Lärche, auch Kiefern- oder Fichtenholz. Kein Buchenholz, Spanplatten oder Sperrholz nutzen.
  • Besser Schrauben als Leimen.
  • Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Nässe Leinöl oder umweltfreundliche Farben und kein Holzschutzmittel verwenden.
  • Für die Befestigung rostfreie Alu-Nägel oder -Schrauben, eine Holzleiste oder feste Drahtbügel nutzen.

Aufwand/Pflege

Die Vogelnistkästen nach der Brutsaison im Spätsommer und nach der Überwinterung Ende Februar reinigen. Dabei das alte Nest entfernen. Der Kasten muss vor allem von Parasiten, wie Flöhen, Milben oder Lausfliegen befreit werden. Keine Insektensprays oder Reinigungsmittel verwenden, sondern ausbürsten, mit klarem Wasser oder Natronlauge ausspülen und gut trocknen lassen. Handschuhe tragen und draußen arbeiten, da Vogelflöhe auf den Menschen überspringen können.

Während der Brutzeit dürfen die Nistkästen nicht geöffnet werden.



Quellen:

Natur sucht Garten – 35 Ideen für nachhaltiges Gärtnern. Heike Boomgaarden, Bärbel Oftring und Werner Ollig. 2011. Ulmer Verlag
www.nabu.de
www.naturschutzbund.at/artenschutz/articles/vogelnistkaesten-wichtige-hilfsmittel-im-artenschutz.html
www.lbv.de
Fotos: Nistkästen, Pixabay(CC0 Public Domain, Freie kommerzielle Nutzung, Kein Bildnachweis nötig):
https://pixabay.com/de/nistkasten-wald-kiefer-ramponiert-1348077/, https://pixabay.com/de/nistkasten-vogelhaus-fr%C3%BChling-vogel-1270955/, https://pixabay.com/de/nistkasten-baum-natur-vogelhaus-1728341/ und https://pixabay.com/de/meise-vogel-nat%C3%BCrliche-teuer-1541361/

CC-BY-SA-3.0 Mandes Rupp: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nistkasten-1.jpg?uselang=de
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