Giftfreies Gärtnern

Das Who’s Who im quietschfidelen Garten

 

Funktionierende Ökosysteme regulieren sich selbst. Im natürlichen Kreislauf sind die meisten Lebewesen, egal ob Pflanzen oder Tiere, eine Nahrungsquelle für andere Lebewesen. Die Kategorien schädlich und nützlich gibt es hier nicht – jeder hat seinen Platz und kann sich nur so stark ausbreiten, wie er Nahrung findet. Das ökologische Gleichgewicht ist ein stetes Auf und Ab. Stabilität gewinnen Ökosysteme durch die unermessliche Vielfalt an Lebensformen und ihren komplexen Beziehungen zu einander.

Im quietschfiedeln Garten leben die unterschiedlichsten Nützlinge, von Insekten über Vögel bis hin zu Säugetieren.

Die wichtigsten werden hier und in der Gartenbox vorgestellt:

 

Springschwänze-Protaphorura armata. Foto: U. Burkhardt, CC BY-SA 3.0

Bodenlebewesen

Im Garten halten die Bodenlebewesen den Boden fruchtbar und gesund. Durch die Zersetzung von organischem Material „recyceln“ sie Nährstoffe und bilden die Grundlage für Pflanzenwachstum. Sie bilden Humus, der sich aus komplexen organischen Verbindungen zusammensetzt und eine langfristige Nährstoffquelle darstellt. Mehr

Zauneidechse. Foto: Böhringer Friedrich, CC BY-SA 3.0

Eidechsen

Eidechsen sind nicht wählerisch und fressen eine Vielzahl von Insekten, Käfern, Heuschrecken, Spinnen, Würmer, Schmetterlinge und deren Raupen. Dadurch regulieren Sie den Bestand an Organismen, die im Garten Schäden anrichten können auf ein verträgliches Maß.
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Erdkröte im Gras. Foto: Taka, CC-BY-SA-3.0-migrated

Erdkröte

Zu ihren Lieblingsspeisen zählen Nacktschnecken, Kartoffelkäferlarven, Falter wie Kohl- und Erdeulen, Rapsglanzkäfer, Fliegen, Raupen, Asseln und Insektenlarven.

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Breitflügelfledermaus. Foto: Markus Nolf, CC BY-SA 3.0

Fledermaus

Sie geht in der Dämmerung und Nacht auf Jagd und fängt viele Insekten, die von Vögeln nicht erwischt werden. Auf ihrem Speiseplan stehen Nachtfalter, von denen die Raupen einiger Arten (Wickler, Spanner, Eulen) Schaden anrichten können. Außerdem fressen sie Schnaken und Maikäfer, deren Larven ebenfalls Schädlinge sind. Mehr

Florfliege. Foto CC0 Pixabay

Echte Netzflügler

Larven von Florfliegen und Taghaften nennt man auch Blattlauslöwen, denn sie sind fleißige Blattlausjäger. Daneben verspeisen sie Spinnmilben, Thripsen, Schmierläuse, Blutläuse, Schildläuse, kleine Raupen und andere Insektenlarven und -eier. Eine einzige Larve kann etwa 400 – 500 Blattläuse fressen, die sie mit ihren hohlen Kieferzangen Mehr

Braunbrustigel. Foto: Michael Gäbler, CC BY-SA 3.0

Igel

Auf dem Speiseplan des Insektenfressers stehen sowohl sogenannte Schädlinge als auch Nützlinge: Käfer, Engerlinge, Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüßler, Spinnen und Raupen. Er trägt dadurch zum natürlichen Gleichgewicht im Garten bei und ist ein ausgesprochen nützlicher Gartenbewohner. Mehr

Goldlaufkäfer. Foto: Soebe, CC-BY-SA-3.0-migrated

Laufkäfer

Laufkäfer und ihre Larven erbeuten kleine Schnecken und Schneckeneier, Asseln, Drahtwürmer, Eulenfalter, Kartoffelkäfer, Engerlinge, Würmer und Raupen. Sie sind sehr hilfreiche Schädlingsbekämpfer, denn sie fressen täglich eine Menge, die dem Dreifachen ihres eigenen Körpergewichts entsprechen kann.

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Asiatischer Marienkäfer. Foto: © Pflanzenschutzamt Berlin

Marienkäfer

Die Hälfte der Marienkäferarten ernährt sich ausschließlich von Blattläusen. Ein Siebenpunkt kann in seinem Leben bis zu 5.000 Blattläuse verspeisen. Darüber hinaus werden Schildläuse, Spinnmilben, Wanzen, Thripse, Käfer-, Blattwespen- und gelegentlich sogar Schmetterlingslarven verzehrt. Mehr

Maulwurf. Foto: Michael David Hill, CC-BY-2.5

Maulwurf

Der Maulwurf ist ein vielseitiger Helfer und Indikator für einen gesunden Boden. Sein Jagdrevier – ein selbstangelegtes ca. 200 m langes Tunnelsystem –  hilft bei der Bodenbelüftung, Lockerung und Drainage. Die ausgebuddelte Erde kann z.B. für Blumenbeete oder Topfpflanzen verwendet werden. Mehr

Gemeiner Ohrwurm. Foto: gbohne, CC-BY-SA-2.0

Ohrwurm

Der Ohrwurm und seine Larven verspeisen Schädlinge wie Blatt- und Blutläuse, Spinnmilben, Insekteneier und kleine Insekten. Ein ausgewachsener Ohrwurm kann in einer Nacht 120 Blattläuse fressen.

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Gallmückenlarve an Blattlaus. Foto © Pflanzenschutzamt Berlin

Räuberische Gallmücke

Die räuberisch lebenden Gallmücken und ihrer Larven vertilgen verschiedene Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben. Die beide Arten Aphidoletes aphidimyza und Feltiella acarisuga werden gezielt gezüchtet und als biologischer Pflanzenschutz im Gemüse- und Zierpflanzenanbau eingesetzt. Weitere räuberische Arten vertilgen Blattflöhe und Milben.

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Fressende Raubmilbe. Foto © Pflanzenschutzamt Berlin

Raubmilbe

Eine Vielzahl von Milben (Gamasina) lebt räuberisch und leistet gute Dienste beim Eindämmen von Schädlingen an Kulturpflanzen. Typhlodromus pyri kommt natürlich im Freiland vor und vertilgt Obstbaumspinnmilben (Rote Spinne), Apfelrostmilben, Kräuselmilben Blattgallmilben und Schildlauslarven. Mehr

Regenwurm. Foto: James K. Lindsey, CC-BY-SA-2.5,

Regenwurm

Tauwürmer sind auf ständiger Nahrungssuche und graben sich tief in den Boden, den sie dabei durchmischen, belüften und lockern. Pflanzenwurzeln können gut wachsen und Regenwasser besser versickern. Humusreiche Erde, verrottende Pflanzenteile und Mikroorganismen werden durch ihren Darm geschleust. Mehr

Schlupfwespe an Schildlaus. Foto: Alvesgaspar, CC-BY-SA-3.0

Schlupfwespen

Die 10.000 in Europa vorkommenden Arten haben sich auf das Parasitieren von verschiedenen Insekten, Eiern, Larven oder Puppen spezialisiert. Zu den bevorzugten Wirten zählen Schmetterlings- und Nachtfalterraupen z.B. von Wicklern, Spannern, Eulen und Erdraupen. Mehr

Große Schwebfliege. Foto: Hedwig Storch, CC-BY-SA-3.0

Schwebfliege

Etwa 100 Schwebfliegenarten haben räuberisch lebende Larven. Sie zählen zu den wichtigsten Gegenspielern von Blattläusen. Eine Larve verspeist bis zu 700 Blattläuse bis zu ihrer Verpuppung. Außerdem stehen Blattwespenlarven, Schildläuse und Spinnmilben auf ihrem Speiseplan. Mehr

Kohlmeise. Foto: Rosember, CC BY-SA 4.0 DE

Vögel

Heimische Vogelarten finden durch den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume, großflächiger Monokulturen und versiegelter Flächen immer weniger Nahrung und Nistmöglichkeiten. Selbst der Bestand häufiger Kulturfolgerarten wie Spatz oder Schwalbe sinkt kontinuierlich. Mehr

Hummel. Foto: W. Kreckl, LfL Freising

Wildbienen und Hummeln

Wildbienen sind wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Einige Wildbienen fliegen im Frühjahr bereits bei geringeren Temperaturen aus als Honigbienen und beginnen Obstbäume, Beerensträucher und Gemüse zu bestäuben. Mehr